Geschichte

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Kirchweidach 1873 – 1997

In Auszügen von Ortsheimatpfleger Helmut Hintermeier

 

1. Juli 1873: Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchweidach

Die Freiwillige Feuerwehr Kirchweidach wurde am 1. Juli 1873 offiziell gegründet. Die Gründungurkunde ist nicht mehr vorhanden. Im Folgenden sollen in chronologischer Reihenfolge wichtige Ereignisse aus ihrer Geschichte dargestellt und in Erinnerung gebracht werden.

(Dabei muss erwähnt werden, dass schriftliche Aufzeichnungen aus der Gründerzeit und in den Jahren danach nur sehr spärlich vorhanden sind).

 Im „Inventarbuch – Feuerwehr 1873“ ist im Jahre 1874 eine „Saug- und Druckspritze“ mit einem Anschaffungs- bzw. Schätzungswert von 1.260,00 Mark aufgeführt. In welchem Jahr diese genau diese erste Feuerwehrspritze mit finanzieller Unterstützung der Kirche angeschafft wurde, ist allerdings nicht bekannt.

1881 verfügte die Freiwillige Feuerwehr laut den Eintragungen im schon erwähnten „Inventar-Buch“ über folgende Ausrüstungsgegenstände:

  • vier Handspritzen,
  • sechs Meter Saugschläuche,
  • zwei Stück Strahlrohre,
  • zwei Laternen,
  • eine Anstellleiter,
  • neun Schlauchhalter,
  • einhundert Meter Hanfschläuche,
  • zehn Stück Bayerische Normalgewinde,
  • ein Schwimmer und Sauger,
  • ein Feuerhaken,
  • drei Schlauchbinden und eine Schachtel „Verdichtungsgegenst“.

Dass die Feuerwehr im Sinne nachbarschaftlicher Hilfe auch außerhalb des Gemeindegebiets im Einsatz war, ersehen wir zum Beispiel aus dem Dankschreiben der Gemeinde Kay vom 19. Juli 1893: „Die gefertigte Gemeindeverwaltung bestätigt hiermit, dass die Feuerwehr Kirchweidach mit einer Spritze bei dem am 17. Juli in Meggenthal ausgebrochenen Brande auf der Brandstätte erschien, und spricht für die schnelle und tatkräftige Hilfeleistung den geziemendsten Dank aus“.

 Am 22. Juli 1883 erhielt die Freiwillige Feuerwehr vom königlichen Bezirksamt Altötting aus der Distriktkasse einen bescheidenen Zuschuss von 50,00 Reichsmark zur Anschaffung besserer Ausrüstung und „Hebung“ der Wehr.

5. August 1895: 1. Fahnenweihe

Die Weihe der ersten Feuerwehrfahne fand bereits vor der Jahrhundertwende statt. Schriftliche Aufzeichnungen zum Festverlauf am 25. August 1895 gibt es nicht. Natürlich wurde das wichtigste Ereignis in einem Erinnerungsfoto festgehalten. Nur noch wenige Kirchweidacher Bürger werden allerdings darauf Personen erkennen. (Anmerkung: Der Zustand der ersten Feuerwehrfahne ist noch recht gut).

1898: Anschaffung der Ansaug-Gespann-Spritze

Durch die Ansaug-Gespann-Spritze war man natürlich bei der Brandbekämpfung wesentlich mobiler, sie erleichterte insbesondere auch Einsätze außerhalb des Dorfbereichs bzw. des Gemeindebereichs. Es ist sicherlich erwähnenswert, dass die Ansaug-Gespann-Spritze noch heute vorhanden und voll funktionsfähig ist. Sie hat ihren verdienten Platz im umgebauten Feuerwehrhaus behalten.

In der Niederschrift zur Gemeinderatssitzung vom 5. Februar 1925 ist zu lesen, dass Frau Maria Huber, Gastwirtin dahier, sich unter „heutigen“ für den Spritzenfahrdienst bis zu zehn Kilometer gegen eine Entschädigung von 15,00 Mark verpflichtete. Diese Summe sollte ihr auch dann gewährt werden, wenn die Spritze nicht in Tätigkeit trat.

In der gleichen Sitzung wurde auch der Antrag des Zeugwarts Josef Stadler auf 150 Mark zur Anschaffung von Uniformen genehmigt.

In der ordentlichen Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr vom 27. Dezember 1928 wurde beschlossen, die „männlichen Dienstboten“, die aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr waren, von der Beitragspflicht zu befreien. Vom Anwesenbesitzer wurde dafür ein Grundbeitrag von 50 Pfennigen und zusätzlich 2 Pfennigen pro Tagwerk verlangt.

1929: Kauf der 1. Motorspritze

Im Jahre 1929 entschlossen sich die Gemeinden Kirchweidach und Feichten auf Initiative der Feuerwehrvorstände aus beiden Gemeinden für die Anschaffung einer gemeinsamen Motorspritze. In der gemeinsamen Sitzung der Gemeinderäte aus Kirchweidach und Feichten am 21. Juli 1929 wurde mit der Firma Magirus/Ulm ein Liefervertrag abgeschlossen.

Der Ankauf einer trag- und fahrbaren Magirus-Benzin-Motorspritze Modell Liliput, Größe II, mit 600/900 Liter Minutenleistung wurde in der Sitzung des Gemeinderates am 29. Juli 1929 „beschlussmäßig“ anerkannt. Am 30. Oktober 1929 wurde der „Vertrag für die gemeinsame Unterhaltung der Motorspritze Kirchweidach und Feichten“ unterzeichnet.

Als „Eigentümer“ war darin die Gemeinde Kirchweidach mit 60% und die Gemeinde Feichten mit 40% bestimmt. Für einen „in aller Hinsicht zweckmäßigen Unterkunftsraum für die Motorspritze mit Wagen“ hatte die Gemeinde Kirchweidach zu sorgen. Die Kosten für den Unterhalt der Motorspritze mit Zubehör und Wagen wollten die Gemeinden je zur Hälfte tragen.

Der Vertrag war vorerst für „beide Teile fünf Jahre bindend“. Bei einer späteren „alleinigen Übernahme der Motorspritze von einer der beteiligten Gemeinden“ sollte vorher durch einen Ausschuss unter „Beiziehung eines unparteilichen Sachverständigen“ eine Schätzung des Zustandswertes erfolgen.

An Kosten entstanden:

  • für die Motorspritze mit zweirädigem Fahrgestell und Zubehör

            (Rechnung v. 23. Juli 1929,          4.400,00 Mark)

  • für Rohhanfschläuche, Storzkupplungen usw.

            (Rechnung v. 27. August 1929,     1.977,20 Mark)

Dazu gewährte der Staat einen Zuschuss von 40%.

Nach der Zusammenstellung vom 27. August 1929 betrug der Kostenanteil der

Gemeinde Kirchweidach (60%)                         2.626,30 Mark

Der Gemeinde Feichten   (40%)                         1.750,90 Mark

Der Kauf der ersten Motorspritze erregte damals natürlich großes Interesse. So fanden sich bei der Übernahme der Spritze nach dem Zeitungsbericht im Trostberger Wochenblatt vom 24. September 1929 viele Zuschauer ein, als diese am Dorfweiher in Kirchweidach und am Nachmittag des gleichen Tages an einem Altwasser der Alz unterhalb Gramsham (Gemeinde Feichten) erstmals in Betrieb genommen wurde,. Dass die Druckkraft der Motorspritze ausreichte, in Gramsham – ca. 70 Meter über der Alz – noch drei Strahlrohre mit genügend Wasser zu versorgen, war für die Zuschauer in technischer Hinsicht eine Sensation.

Es ist noch nachzutragen, dass zum Transport der neuen Motorspritze ein „Auto“ für 350 Mark angeschafft wurde, vermutlich ein Mercedes Benz R. von den Grundbesitzern wurde für die Anschaffung der Motorspritze eine Sonderabgabe von 40% der „Realsteuersätze“ erhoben. Für die Hausbesitzer wurde für ein einstöckiges Haus 3,00 Reichsmark und für dien zweistöckiges Haus 6,00 Reichsmark festgelegt (Protokoll zur Gemeinderatsitzung vom 17. November 1929).

In der ordentlichen Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr am 27. Dezember 1930 wurde beschlossen die Mitgliedschaft beim Bayerischen Feuerwehrverband in Anbetracht der sozialen Bedeutung des Erholungsheimes zu erwerben.

Der Antrag, die elektrische Beleuchtung des Feuerwehrhauses an die „Hausinstallation des Huber-Wirtsanwesens“ anzuschließen, wurde erörtert und vertagt.

In der Generalversammlung am 27. Dezember 1931 wurde der Freiwilligen Feuerwehr Kirchweidach für ihre besondere Mitwirkung beim 200. Leonhardi-Umritt am 6. November 1931 ein besonderer Dank ausgesprochen.

1933: Feier zum 60-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Kirchweidach

In der ordentlichen Generalversammlung am 27. Dezember 1932 einigte man sich, „von einer Feier im größeren Ausmaße abzusehen“. Für die von Frau Anna Brunner „in anerkennenswerter Weise durchgeführte Fahnenreparatur“ wurden 10,00 Reichsmark genehmigt. Die Vorstandschaft konnte dafür auch einen passenden Gegenstand erwerben, was dann auch geschah. Man überreichte Frau Brunner als „ Präßent“ für ihre Arbeit zwei Wolldecken im Wert von 11,00 Reichsmark.

Schriftliche Aufzeichnungen zum Festverlauf im Jahre 1933 sind nicht bekannt. Die vorhandenen Rechnungen mit nur kleinen Beträgen (z. B. betrugen die Ausgaben für Musik nur 18,00 Reichsmark) zeigen auf, dass man das Jubiläum, wie vereinbart, ohne größere Festveranstaltungen feierte.

1935 / 1936: Planerstellung und Grundstückskauf für den Neubau eines „Feuerlöschrequisitenhauses“

1935 ließ die Gemeinde durch den Maurermeister Franz Obermaier aus Schmidham einen Plan für den Bau eines „Feuerlöschrequisitenhauses“ anfertigen. Aus dem Lageplan ist zu ersehen, dass ursprünglich geplant war, das Gebäude in unmittelbarer Nähe des Dorfweihers auf dem südliche angrenzenden Grundstück zu errichten. Am 1. Februar 1936 fasste dann aber der Gemeinderat den Beschluss das Grundstück „hinter dem Huberwirtsstadel, vis-a-vis vom Wallner Georg, Haus-Nr.6, als Bauplatz für den Neubau des Feuerlöschrequisitenhauses“ zu erwerben und erachtete den Preis von 6 Mark pro Dezimal, den Gastwirt Georg Huber verlangte, für „angemessen“.

 Altes Feuerwehrhaus  Feuerwehrhaus-Plan

Das alte Feuerwehrhaus

1937 – 1945 Krisenjahre

In seiner Sitzung vom 07. Februar 1937 kritisierte der Gemeinderat, dass der „Besuch und die Disziplin“ bei den Übungen der hiesigen Feuerwehr immer wieder viel zu wünschen übrig lassen. Unentschuldigtes Fernbleiben von den Übungen oder „ungebührliches Benehmen in derselben“ sollten sofort zu einer Überweisung in die „Pflichtfeuerwehr“ führen.

Die Ermahnungen des Gemeinderates hatten offenbar Erfolg. Denn schon beim Jahrestag der Freiwilligen Feuerwehr Kirchweidach am 28. Januar 1937 lobte der damalige Bürgermeister Alois Michlbauer (Landwirt in Glocken) den guten Besuch der bisherigen zwei Übungen im laufenden Jahr.

Da der Mannschaftswagen – im Eigentum der Gemeinden Kirchweidach und Feichten – bei den Revisionen stets „zu erheblichen Beanstandungen Anlaß“ gab, wurde der Beschluss gefasst, das vom Kirchweidacher Mechaniker Kollmer angebotene, gut erhaltene Personenauto (Lieferwagen) käuflich zu erwerben. Als Kaufpreis wurde unter Berechnung des alten Mannschaftswagens 300,00 Mark veranschlagt und als Bedingung festgelegt, dass die Gemeinde Feichten den „Hälfteanteil“ trägt.

Im Jahre 1937 erfolgte die „elektrische Lichtinstallation im Gerätehaus“. In den Jahren nach Kriegsausbruch und insbesondere gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde es auch in unserem Ort immer schwieriger, das organisierte Feuerwehrwesen aufrechtzuerhalten. Notgedrungen wurden auch Frauen für den Feuerwehrdienst ausgebildet. Von Einsetzen blieb die „Frauenwehr“ glücklicherweise verschont.

Wiederbeginn nach dem 2. Weltkrieg

Im Mai 1945 waren von der amerikanischen Besatzung die Motorspritze und der Mannschaftswagen „requiriert“ worden. Fast zum Schmunzeln regen die in der Niederschrift vom 26. Mai 1946 wahrscheinlich durch den Bürgermeister Drexler gemachten Angaben. Danach waren im Mai 1945 mit der hiesigen Motorspritze „sämtliche Fahrzeuge der Besatzungstruppe“ am Dorfweiher gewaschen worden. Danach blieb die „Spritze mit Zubehör, Schläuche etc.“ stehen.

Nach dem Aufräumen, das unter Mithilfe des „örtlichen Feuerwehrkommandanten“ erfolgte, kamen zwei amerikanische Soldaten mit einem Lastwagen und gaben zu verstehen, dass die Motorspritze noch benötigt würde.

Diese wurde an den Lastwagen angehängt und das Schlauchmaterial aufgeladen.

Dann fuhren die beiden Amerikaner in Richtung Feichten. Später wurde dann durch den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Feichten die Spritze mit Zubehör „in die Nähe von Tacherting“, allerdings stark beschädigt und unbrauchbar, wieder aufgefunden. Da inzwischen die Gemeinde Feichten eine eigene neue Motorspritze angeschafft hatte, wurde der am 30. Oktober 1929 geschlossene Vertrag zur gemeinsamen Nutzung der im Jahre 1929 gekauften Motorspritze am 20. Mai 1946 gelöst und das gemeinsame „Vermögen“ im Verhältnis 60:40 einvernehmlich geteilt.

Die Gemeinde Kirchweidach erhielt z.B. 142 Meter B-Schläuche, 200 Meter C-Schläuche und den Mannschaftswagen, die Gemeinde Feichten die Lafette (Fahrgestell), einen Verteiler, zwei Strahlrohre und 75 Meter B-Schläuche. Seit 15. Juni 1945 stand in Kirchweidach eine von der Unorgana Gendorf leihweise für 20,00 Reichsmark pro Monat zur Verfügung gestellte Tragkraftspritze 8 (IS8), die mit Beschluss des Gemeinderates vom 12. Mai 1946 für 3.378,40 Reichsmark käuflich erworben wurde. Am 13. August 1947 entschloss sich der Gemeinderat aufgrund einer Empfehlung des Kreisbrandinspektors ein „US.force-Fahrzeug“ als Mannschaftswagen für 4.565,00 Reichsmark zu erwerben. Der alte Mannschaftswagen war in der Besatzungszeit nahezu unbrauchbar gemacht worden du hätte nur mit „erheblichem Aufwand wieder instand gesetzt“ werden können.

Bereits in der Sitzung des Gemeinderates vom 18. Februar 1951 einigten sich die Gemeinde Kirchweidach und Ludwig Huber, Resch am Holz, auf ein Tauschgeschäft. Dieser forderte 1.350 DM für seinen 1,8-Tonner-Lastwagen und nahm den alten Mannschaftswagen in Tausch.

 4. Juli 1949: Gründung eines Feuerwehr-Ortsvereins

Nach den Aufzeichnungen im „Protokoll-Buch“ hatte die Gemeinde „laut Gesetz über das Feuerlöschwesen §4 einen Feuerwehr-Ortsverein zu gründen und die Mustersatzung anzunehmen“. Die Wahl wurde durch Zuruf vorgenommen und brachte folgendes Ergebnis:

 

Vorstand:                                             Magg Georg, Bauer, hier

Vorstand-Stellvertreter:               Oberhüttinger Sim(on)

Kommandant:                                    Oberhüttinger Sim(on)

Kommandant-Stellvertreter:       Schmid Johann, Gatterstall

Schriftführer und Kassier:            Aicher Simon, Gemeindeschreiber

Beisitzer:                                               Mittermaier Ludwig, Harl und Obermayer Franz, Edt

 

Die Mustersatzung wurde von der Versammlung angenommen.

Als Vereinsbeitrag wurde festgelegt:

a) Aktive Mitglieder kein Beitrag

b) Passive Mitglieder jährlich 1,00 DM

c) Fördernde Mitglieder jährlich 1,00 DM

d) Ehrenmitglieder jährlich 1,00 DM

e) Feuerwehranwärter: kein Beitrag

Die Mitgliederzahl betrug 31.

 

Am 27.Mai beschloss der Gemeinderat eine jährliche Abgabe zu Gunsten der FFW zur Deckung der „interneren Ausgaben“. Als Hebesätze wurden 0,5% von der Grundsteuer A und B, mindestens jedoch 1 DM bzw. 0,5% von der Gewerbesteuer, jedoch mindestens 0,50 DM festgelegt.

In der Sitzung vom 2. März 1952 wurde laut Protokoll die Anschaffung von 10 Schutzanzügen gegen Wasser und 10 Stahlhelmen beschlossen.

1953 errichtete die Gemeinde einen Feuerlöschbunker im Ortsteil Bahnhof.

1953: Ankauf einer neuen Ziegler-Tragkraftspritze TG8

Da die alte, nach dem Krieg von der Anorgana Gendorf erworbene TG8, nicht mehr den Anforderungen entsprach, beschloss der Gemeinderat am 6. Dezember 1953, eine neue Tragkraftspritze anzuschaffen und die alte „bestmöglichst“ zu verkaufen. Die Anschaffungskosten der Ziegler-Tragkraftspritze TG8 beliefen sich auf 4.238,80 DM.

14.06.1959: 85-jähriges Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr mit Fahnenweihe

Bereits am Vorabend (Samstag) des Festes fanden in der Pfarrkirche ein heiliger Rosenkranz und im Anschluss daran vor dem Kriegerdenkmal die Ehrung der verstorbenen und gefallenen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr durch Kommandant Simon Oberhüttinger statt.

Am Festtag brachte der Patenverein Feichten unter Kommandant Hans Maier, Mankham, die Stadtkapelle Trostberg als „Patenvereins-Musik“ mit. Am Kirchen- und Festzug nahmen 50 Vereine teil, die in 4 Zügen von der Musikkapelle Blümmel Kirchweidach, der Stadtkapelle Trostberg, dem Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Trostberg und einer Musikkapelle aus Österreich angeführt wurden.

Die Weihe der neuen Feuerwehrfahne nahm Ortspfarrer M. Prostmaier vor.

Nach dem Festgottesdienst fand auf dem Treppenaufgang des damaligen Bekleidungsgeschäftes Lochner – unmittelbar vor dem Friedhofseingang – die Übergabe der Erinnerungsbänder durch die Fahnenbraut Fräulein Anneliese Klaffelsberger, Lenzau, statt.

Nach dem Festzug traf man sich im „vollbesetzten Huber Saale“.

 85-Jahr-Feier

Bildausschnitt von der 85-Jahr-Feier

1961: Erlass einer Satzung für die Erhebung einer Feuerschutzabgabe

Nach der Mustersatzung des bayer. Staatsministeriums des Innern hatte nach §1 jeder männliche Einwohner der Gemeinde „vom vollendeten 18. bis vollendeten 60. Lebensjahr“ in jedem Rechnungsjahr eine Abgabe (Feuerschutzabgabe) zur Unterhaltung des gemeindlichen Feuerschutzes zu entrichten.

So erließ der Gemeinderat in der Sitzung vom 10. August 1961 erstmals eine Satzung zur Erhebung einer Feuerschutzabgabe und setzte den Betrag auf 6,00 DM fest. Diese Satzung trat am 1. Januar 1962 in Kraft.

Eine Befreiung war nach §1 der Satzung in bestimmten Fällen möglich. So mussten z.B. aktive Feuerwehrmänner oder Personen, die wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen für den Feuerwehrdienst untauglich waren, diese Abgabe nicht leisten.

In der Folgezeit wurde die Feuerschutzabgabe erhöht und zwar 1975 auf 12,00 DM, 1983 auf 18,00 DM und 1992 auf 30,00 DM.

1963: Anschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges

Da bei der amtlichen Prüfung der Feuerwehrgeräte am 21. März 1963 der bisherige Mannschaftswagen nicht mehr zugelassen wurde, beschloss der Gemeinderat am 2. Mai 1963, ein neues Löschgruppenfahrzeug anzuschaffen. Nach Durchsicht der verschiedenen Angebote einigte man sich im Einvernehmen mit den zuständigen Vertretern der Wehr auf ein „Löschgruppenfahrzeug LF8IS mit einem Opel Fahrgestell“.

Am 9. Mai 1963 beschloss der Gemeinderat, den über den hiesigen KFZ-Mechaniker Heinrich Lechner bestellten Opel-Blitz mit Aufbau für 18.126,40 DM zu erwerben und bestellte die „Bachert-Innereinrichtung mit Pumpe“ (Kosten: 6.770,00 DM)

Einweihung des neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 8 TG
Einweihung des neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 8 TG

1969: Bau eines Feuerlöschbunkers in Oberleiten

Am 9. Oktober 1969 beschloss der Gemeinderat, auf dem Grundstück Fl.- 679/2 des Landwirts Guido Mayer, Oberleiten 2, einen Feuerlöschbunker mit einem Fassungsvermögen von 200 Kubikmeter zu errichten, damit im Falle eines Brandes im Ortsteil Oberleiten genügend Löschwasser zu Verfügung stehe.

1974: Anschaffung der Tragkraftspritze IS 8/8

Die bei der Fa. Ziegler, Giengen, bestellte Tragkraftspritze IS 8/8-einstufige Kreiselpumpe mit luftgekühltem VW-Vierzylinder-Motor, 34 PS; vollautomatischer Ansaugvorrichtung Trokomat, Betriebsstundenzähler und seitlichen Tragegriffen – kostete 6.576,75 DM. Die Auslieferung erfolgte am 10. Juni 1974.

An Zuschüssen erhielt die Gemeinde 1.970,00 DM von der Regierung von Oberbayern, 986,00 DM vom Landkreis und 300,00 DM von der Bayerischen Versicherungskammer (Brandversicherung): Die Spritze ist noch im Einsatz.

Am 5. Februar 1976 stimmte der Gemeinderat einstimmig der geplanten Errichtung einer Funkalamierung der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Altötting zu.

1977: Eingemeindung Neukirchen – FFW Neukirchen-Hirten

Mit Beschluss vom 13. Oktober 1977 wurde der Vertrag über die vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinde Burgkirchen a.d. Alz und der Gemeinde Kirchweidach über die in diese Gemeinden ab dem 01. 01. 1978 einzugliedernden Gebiete der Gemeinde Hirten vom Gemeinderat genehmigt.

In diesem Vertrag wurde u. a. vereinbart, dass im Zuge dieser Eingemeindung auch das Feuerwehrgerätehaus in Neukirchen a. d. Alz mit Ausrüstungsgegenständen in den Besitz der Gemeinde Kirchweidach übereignet wird.

Seit dem 01. 01. 1978 sind somit im Gemeindegebiet Kirchweidach 2 Feuerwehren ansässig.

16.-19. Juni 1983: 110-jähriges Gründungsfest der FFW mit Fahnenweihe

Das Jubiläum wurde mit einem 4-tägigen Festprogramm vom 16. Bis 19. Juni1983 gefeiert. Die Schirrmherrschaft übernahm Bürgermeister Anton Prokscha, Patenverein war die Freiwillige Feuerwehr Tyrlaching.

Zur Eröffnung der Festtage am Donnerstag spielte das Ligister Trio mit der Sängerin Resi. Höhepunkt war der Auftritt des „Hias“, dem „Urvieh der Ration“.

Nach dem Tag der „Nachbarschaft und Betriebe“ am Freitag folgte am Samstag der Festabend.

Zum Gedenkender verstorbenen Mitglieder bewegte sich ein langer Zug mit den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr und den Fahnenabordnungen der Ortsvereine zur Kirche. Am Kriegerdenkmal entzündete die Trauermutter Elisabeth Neuhauser eine Kerze für die verstorbenen, gefallenen und vermissten Mitglieder der Wehr. Bürgermeister Anton Prokscha und Kommandant Franz Obermaier legten einen Kranz nieder.

Zum Festabend im Zelt konnte Kommandant Franz Obermaier als Ehrengäste neben Ortspfarrer Josef Vogl, Bürgermeister Anton Prokscha, den Bundesabgeordneten Hermann Wimmer, Landrat Seban Dönhuber, Kreisbrandrat Franz X. Lohmeier, die Kreisbrandinspektoren Sax und Spindler, den früheren Kreisbrandrat Max Liebl und Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Tyrlaching besonders begrüßen. Im Zuge der Ehrungen erhielten das Ehrenzeichen in Silber mit einer Urkunde des Freistaates Bayern nachfolgende verdiente Feuerwehrmänner:

Johann Stadler (Feichtener Str.)

Georg Huber (Roidham)

Walter Hofer (Neukirchener Str. 30)

Rupert Mittermeier (Harl)

Ludwig Blümmel (Berreit)

Engelbert Lindenthal (Guttendorf)

 

Mit dem Ehrenkreuz in Gold mit Urkunde wurden Leonhard Stadler (Halla) und Georg Maier (Heckenstrasse) für ihre 40-jährige Tätigkeit im Dienste der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet.

Der Festgottesdienst am Sonntag fand auf dem Sportplatzgelände statt. Am Kirchenzug, der sich aus vier Zügen beginnend ab der Tyrlachinger Str., Haider Str., Wiesen- und Raiffeisenstrasse formierte, nahmen fast einhundert Vereine teil. Den ersten Zug führte die Musikkapelle Kirchweidach, den zweiten die Musikkapelle Tittmoning, den dritten die Musikkapelle Otting und den vierten die Stadtkapelle Traunreut an.

Nach dem Festgottesdienst weihte Ortspfarrer Josef Bogl die restaurierte Fahne von 1959 und die Erinnerungsbänder. Anschließend hefteten die Fahnenmutter Centa Obermaier, die Trauermutter Elisabeth Neuhauser, die Fahnenbraut Marlene Stadler und die Patenbraut Annemarie Maier (Tyrlaching) ihr Erinnerungsband an die neu geweihte Vereinsfahne und die Patenbraut Brigitte Krumbachner (Roitham) ihr Erinnerungsverband an die Fahne des Patenvereins. Nach dem Feldgottesdienst bewegte sich der Jubiläumszug durch das Dorf zum Festzelt.

110 Jahre FFW Kirchweidach
110-jähriges Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr

3. Mai 1985: Gründung des Vereins „Freiwillige Feuerwehr Kirchweidach“

Zur Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr, z. B. bei der Werbung von aktiven Mitgliedern und der Beschaffung von Einsatz- und Ausrüstungsgegenständen, `soweit diese nicht von der Gemeinde gemäß Artikel 1, Absatz 2 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes zu beschaffen sind`, wurde am 3. Mai 1985 der Verein „Freiwillige Feuerwehr Kirchweidach“ gegründet. Um die Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt zu erlangen, musste eine Vereinssatzung ausgearbeitet werden, die einstimmig angenommen wurde.

Nach § 1 der Vereinssatzung gliedern sich die Vereinsmitglieder in

  1. aktive Mitglieder
  2. passive Mitglieder
  3. fördernde Mitglieder
  4. Ehrenmitglieder

Der jährliche Mitgliedsbeitrag wurde auf 15,00 DM festgesetzt.

Befreit davon waren Ehrenmitglieder, aktive und passive Mitglieder mit geleisteter 20-jähriger aktiver Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr.

Bei der Vereinsgründung setzte sich die Vorstandschaft wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender:                                                                    Johann Stadler, Landwirt, Feichtener Str. 11

Stellvertr. Vorsitzender:                                                     Alois Blüml, Landwirt, Hauptstr. 2

Schriftführer:                                                                        Franz Obermaier, Zimmerer, Eichenweg 2

Kassenwart:                                                                           Willi Beran, Chemiewerker, Tyrlachinger Str. 29

Kommandant:                                                                       Leonhard Gierlinger, Mechaniker; Zweck 1

Stellvertr. Kommandant/Beisitzer:                                  Georg Huber, Landwirt, Roidham 5

Sprecher der aktivern Mitglieder/Beisitzer:                   Fritz Hintermeier, Zimmerer, Feichtener Str. 31

Sprecher der passiven Mitglieder/Beisitzer:                 (sollte noch in der nächsten Generalversammlung bestimmt werden).

Am 4. November 1985 beschloss der Gemeinderat, dass nicht nur die aktiven und passiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr von der Feuerschutzabgabe befreit werden, sondern auch die fördernden Mitglieder. Damit wollte man erreichen, dass viele männliche Einwohner Kirchweidachs als förderndes Mitglied dem neu gegründeten Feuerwehrverein beitraten.

1985/1986: Neubau eines Feuerwehrgerätehauses

Schon 1984 befasste sich der Gemeinderat in mehreren Sitzungen mit dem notwendigen Bauvorhaben. Das bestehende Feuerwehrhaus war zu klein geworden und musste umgebaut und erweitert werden. Das erforderliche Grundstück von ca. 400 Quadratmetern erwarb die Gemeinde von den Gastwirtschaftseheleuten Wagner. In der Sitzung vom 16. Februar 1984 einigte man sich auf der Grundlage des Planentwurfes von Ingenieur Gerhard Hölzlwimmer, Heckenstr. 19, darauf, nur einen Teil des Anbaus zu unterkellern.

Im Erweiterungsbaus wurden im ersten Stock ein Schulungsraum und im Parterre, neben den Räumen für die Unterbringung der Feuerwehrfahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände, eine Klosettanlage eingerichtet, die bei Festveranstaltungen mit Zeltbetrieb auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus benutzt werden kann. Durch den Umbau des alten Feuerwehrhauses wurden Räumlichkeiten für den gemeindlichen Bauhof geschaffen.

Durch viele freiwillige Arbeitsleistungen, durch Geld- und Sachspenden konnten beim Bau erhebliche Kosten eingespart werden. So spendeten z. B. die Kirchweidacher Waldbesitzer das gesamte Bauholz für den Neubau. Die Kosten für den Um- und Neubau beliefen sich auf 483.668,03 DM.

Die feierliche Einweihung des neuen Feuerwehrhauses fand am 7. September 1986 statt. Nach dem Kirchenzug und dem Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Feuerwehrmitglieder segnete Ortspfarrer Josef Vogl das Gebäude.

Nach der Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Anton Prokscha an Vorstand Johann Stadler und Kommandant Leonhard Gierlinger wurde Franz Obermaier zum Ehrenkommandanten ernannt. Er war seit 1948 aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, von 1958 bis 1964 Löschmeister und von 1964 bis 1985 Erster Kommandant gewesen und hatte sich durch seine umsichtige Organisation bei Brandeinsätzen ausgezeichnet und um einen guten Ausbildungsstand der Wehr verdient gemacht.

Nachdem der Schlauchturm des alten Feuerwehrhauses abgetragen war, wurde der Dachstuhl erneuert und schließlich beide Gebäudeteile neu eingedeckt.

Feuerwehrhaus
Das neue Feuerwehrhaus

1985: Die Freiwillige Feuerwehr Kirchweidach soll Stützpunktfeuerwehr im südlichen Landkreis werden

Bereits in der Sitzung des Gemeinderates am 5. Dezember 1985 erfolgte eine Aussprache mit Kreisbrandrat Lohmaier, der seine Überzeugung zum Ausdruck brachte, dass „Kirchweidach im südlichen Landkreis eine Stützpunktfunktion“ einnehmen sollte.

Als unbedingt erforderlich hielt er allerdings die Anschaffung eines TLF 16/25 mit einer entsprechenden Sonderausrüstung für die technischen Hilfeleistungen für die immer häufiger werdenden Einsätze bei Verkehrsunfällen.

Die entsprechenden Einsatzfahrzeuge der Gemeinde Burgkirchen bzw. der Stadt Burghausen hätten einen zu langen Anfahrtsweg, wenn sich im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach ein Unfall ereignen sollte.

Zur besonderen Ausrüstung des TLF 16/25 gehören eine Rettungsschere, ein Rettungsspreizer sowie ein Notstromaggregat. Das Fahrzeug hat Allradantrieb. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 271.399,51 DM.

 

An Zuschüssen erhielt die Gemeinde vom/von

Landkreis Altötting                             71.350,00 DM

Regierung von Oberbayern            112.000,00 DM

Brandversicherung                              11.200,00 DM

 

Am 22. November 1987 weihte Pfarrer Josef Vogl unter Anwesenheit von Landrat Seban Dönhuber und Kreisbrandrat Lohmaier das neue Einsatzfahrzeug der Freiwillingen Feuerwehr ein.

 

Mannschaft vor dem TLF 16/25
Die versammelte Feuerwehrmannschaft vor dem neuen TLF 16/25

1992: Kauf des Löschgruppenfahrzeues LF 8/6

Am 22. November 1990 hatte die Freiwillige Feuerwehr die Anschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 8/6 beantragt. Das von der Firma Ziegler gelieferte Fahrzeug mit einem 600-Liter-Wassertank kostete 273.000,00 DM und ersetzte das alte LF 8TG („Opel Blitz“), das seit fast 30 Jahren im Einsatz gestanden war.

Die Einweihung fand am 22. August 1992 statt. Bürgermeister Anton Prokscha erinnerte in seiner Ansprache, dass nach der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses im September 1986, der Weihe des TSG 16/25 im Jahre 1987, der heutige Tag Gelegenheit gäbe, mit der hiesigen Wehr innerhalb weniger Jahre ein drittes Mal zu feiern. Landrat SEban Dönhuber sprach ein Grußwort. Danach erfolgte die Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister an den Kommandanten Leonhard Gierlinger.

Juni 1993: Kirchweidach überlässt der ungarischen Gemeinde Dunapataj kostenlos ihr altes Löschgruppenfahrzeug LF8TG

Nach dem Kauf des LF 8/6 stellte sich natürlich die Frage, was mit dem alten Löschfahrzeug „Opel Bitz“ geschehen sollte. Im Gemeinderat wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Zum Beispiel wurde vorgeschlagen, es als „angehenden Oldtimer“ zu behalten, aber wo sollte es stationiert werden.

Diskutiert wurde auch ein Verkauf. Dazu sollte eine Ausschreibung in der Fachzeitschrift Brandwacht bzw. in den „lokalen Zeitungen“ erfolgen. Nachdem man erfahren hatte, dass in der ungarischen Stadt Dunapataj dringend ein Einsatzfahrzeug benötigt wurde, entschloss sich schließlich der Gemeinderat, das sich noch in gutem Zustand befindliche alte Feuerwehrfahrzeug LF8TG der ungarischen Gemeinde kostenlos zu überlassen, zumal sich die Vertreter aus Dunapataj bei ihrem Besuch im April 1993 in Kirchweidach sehr dafür interessiert hatten. Der Kontakt mit der ungarischen Gemeinde war schon 1992 durch die Volksschule Kirchweidach geknüpft worden. Zur Übergabe des Löschfahrzeuges fuhr eine Abordnung Kirchweidacher Bürger mit Bürgermeister Anton Prokscha, Feuerwehrvorstand Walter Hofer und Kommandant Leonhard Gierlinger an Pfingsten nach Dunapataj. Nach der offiziellen Übergabe des Geschenkfahrzeuges am Abend des Pfingstsamstages fanden dort Übungen der Feuerwehren Kirchweidach und Dunapataj statt, wobei auf ungarischer Seite auch Frauen und Kinder im Einsatz waren.

1995: Erhebung der Feuerschutzabgabe ist verfassungswidrig

Auf Grund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 24. Januar 1995, in dem die Erhebung einer Feuerschutzabgabe nur für männliche Einwohner als verfassungswidrig erkannt worden war, hob der Gemeinderat die bestehende Satzung zu Erhebung einer Feuerschutzabgabe mit Wirkung vom 01. Januar 1995 auf.

Auf dem Wunschzettel der Freiwilligen Feuerwehr für das Haushaltsjahr standen die Anschaffung zweier stationärer Batterieladegeräte und der Anschluss der beiden Einsatzfahrzeuge an Pressluft, um ein noch schnelleres Ausrücken zu ermöglichen. Beides konnte verwirklicht werden.

Am 24. August 1995 trat die Gemeinde dem Kreisfeuerwehrverband bei. Als jährlicher Mitgliedsbeitrag sind 280,00 DM festgesetzt.

1996: Zunehmende Einsätze bei Verkehrsunfällen

Bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchweidach für das Jahr 1996 am 30. Dezember 1996 wurde Alfred Huber jun. zum neuen Schriftführer gewählt.

Im Jahr 1996 musst die Wehr fünfzehnmal ausrücken, davon neunmal in der „Nachbarschaft“. Eine besondere Belastung für die Feuerwehrmänner waren die Einsätze bei Verkehrsunfällen, wobei sie bei drei Einsätzen mit der Bergung von Totenkonfrontiert waren. Viermal mussten Ölspuren beseitigt werden.

Wenn sich auch 1996 überdurchschnittlich viele schwere Verkehrsunfälle im Einsatzbereich unserer Wehr ereigneten, ist doch abzusehen, dass auch künftig neben Brandeinsätzen vermehr mit Hilfeleistungen am Unfallort gerechnet werden muss. Durch die gegebenen technischen Voraussetzungen und die Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehrmänner wird es möglich sein, dass die Feuerwehr auch zukünftig in der Lage sein wird, getreu dem Motto „Gott zur Ehr, dem Nächstem zur Wehr“ die Anforderungen zum Wohle der Allgemeinheit zu bewältigen.

2006 – 2016: mehrere notwendige Anschaffungen

In den darauffolgenden Jahren musste aufgrund höherer Anforderungen im Einsatzwesen, mehrere Anschaffungen gemacht werden. Hierzu zählten 8 Atemschutzgeräte im Jahr 2006,

leistungsfähigere Rettungsgeräte (Schere, Hebekissen, Hydroaggregat, Absturzsicherungs-Set) in den Jahren um 2008 und ein Mannschaftstransportwagen (MTW) Ford Transit „Rufname: Florian Kirchweidach 14/1. Die feierliche in Dienststellung fand am 20.08.2016 statt. Viele geladene Gäste kamen zur Fahrzeugweihe, die nach dem Gottesdienst in der St. Vitus Kirche vor dem Feuerwehrhaus stattfand. Die Gesamtkosten zur Fahrzeugbeschaffung betrugen 49.442,12 €.

Davon wurden von der Gemeinde 20.692,12 € übernommen (leicht über dem Gemeinderatsbeschluss von 20.000,- €).

Hinzu kam von der Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf die großzügige Spende von 15.000,- € und von der Regierung von Oberbayern der Zuschuss in Höhe von 13.750,-€. Der Zuschuss wurde um 10 %, aufgrund einer gemeinsamen Beschaffung zweier Fahrzeuge mit der Feuerwehr Unterneukirchen, erhöht.

Hierzu musste das alte Feuerwehrhaus reaktiviert werden, da ein zusätzlicher Stellplatz notwendig geworden war. Zur Reaktivierung der alten Garage war ein Mauerdurchbruch in die bestehende Halle notwendig geworden auch ein neues Tor musste installiert werden. Weiterhin gab es auch eine neue Heizung, da die alten elektrischen Speicheröfen nicht mehr zeitgemäß waren. Die neue Fernwärme jedoch im Vergleich um ein vielfaches umweltfreundlicher und wirtschaftlicher war. Für die Sanierung und den Umbau leistete die Mannschaft 250 Arbeitsstunden als Eigenleistung.

Erwähnenswert ist neben den Anschaffungen auch die im Jahr 2007 ausgebaute Jugendfeuerwehr. Neu hinzu kam hierdurch die erste Feuerwehrfrau zur Jugendgruppe, im Jahr 2010 folgte somit der erste Übertritt in die Aktiven Gruppe.

Im Jahr 2016 war eine lange Testphase zu Ende gegangen. Der langjährige Analogfunk wurde durch den Digitalfunk abgelöst. Exakt am 04.10.2016 um 8:00 Uhr war auch die Übergangsfrist des Parallelbetriebs endgültig Geschichte geworden. In der Phase 1 wurde der Sprechfunk umgestellt, Phase 2 der Alarmierung war noch umzusetzen.

Die endgültige Digitalisierung (inklusive Alarmierung) wird derzeit bearbeitet und sollte noch in den Folgejahren mit großen Schritten erfolgen. Dies wird für die Jahre 2019/2020 erwartet.  

 

Kommandanten und Vorstände der letzten Jahre

Weitere Vorstandsfunktionen konnten im Detail nicht zuverlässig ermittelt

1. Kommandant Franz Obermaier von 1964 bis 1985

1. Kommandant Leonhard Gierlinger 1985 – 2014

1. Kommandant Uli Vetter 2014 –

 

1. Vorstand Johann Stadler                –

1. Vorstand Walter Hofer                    – 1997

1. Vorstand Konrad Gierlinger 1997 – 2013

1. Vorstand Gioacchino Carusotto 2013 –

Die Besetzung der Vorstandschaft im Jahr 2016 war:

1. Vorstand Gioacchino Carusotto

2. Vorstand Herbert Obermaier

1. Kommandant Uli Vetter

2. Kommandant Thomas Neuhauser

Kassier Johann Schmid

Schriftführer Wolfgang Huber

Beisitzerin Christiane Barth

Beisitzer Christian Strasser

Beisitzer Rupert Mittermeier

2016 – 20xx: XX

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